Eesti keelesIn EnglishFrancaisPycckuu
« avalehele
Geschichte

Das Tallinner Linnatheater wurde von dem legendären Regisseur Voldemar Panso im Jahre 1965 gegründet. Voldemar Panso hat damals eine starke Schauspielertruppe zusammengestellt, die sowohl aus jüngeren Absolventen der Theaterschule als auch berühmten Stars bestand. Das neue Theater wurde Eesti Noorsootheater (Estnisches Jugendtheater) genannt. Während einer längeren Zeit hatte es kein eigenes Theaterhaus, und die ersten Vorstellungen fanden im Rahmen von Wander-Aufführungen statt.

Seit dem Jahre 1966 diente das Kulturzentrum im Kalamaja in der Salme Straße die Hauptbühne des Theaters. Zusätzlich hat man noch die Lagerräume und Werkstätte überall in Tallinn gemietet. Als Büro - und Proberäume wurde dem Theater das in der Lai Straße 23 befindliche Haus zur Verfügung gestellt, das gegenwärtig als Hauptgebäude des Stadttheaters bekannt ist und das während längerer Zeit der einzige eigene Arbeitsraum des Theaters war.

Als Voldemar Panso im Jahre 1970 die Stellung des Hauptregisseurs verließ, trat sein Schüler und Nachfolger Mikk Mikiver dieses Amt an und danach im Jahre 1974 Kalju Komissarov - ein Regisseur mit viel sozialem Engagement.

Im Jahre 1975 wurden in der Lai Straße 23 der kleine Saal im zweiten Stock und im Jahre 1983 Kaminsaal im Keller eröffnet. Überall in der Altstadt wurden passende Räume für das Noorsootheater (Jugendtheater) gesucht. Die Gedanken der Theaterleiter und Architekten - Berater beschäftigten sich auch mit den anderen in unmittelbarer Nähe befindlichen Gebäuden des IX Komplexes und des Innenhofs. Im Jahre 1983 bestätigte das Tallinner Exekutivkomitee die Anlegung des großen Saals des Noorsootheater eben dort. Der große Saal sollte im Jahre 1990 zum 25. Geburtstag des Theaters fertig werden. Das neue Hochgebäude wurde aber entsprechend der sowjetischen Kulturpolitik "Interklub" benannt. Diese Anstalt sollte die Kulturkontakte zwischen den Sowjetrepubliken fördern.

Im Jahre 1987 wurde Rudolf Allabert Direktor des Theaters und im selben Jahr wurde auch das Projekt von Kalle Rõõmus für das Theaterhaus fertig. Es war aber die Zeit der großen Veränderungen, die "Singende Revolution" begann und die Bauarbeiten wurden gestoppt. Die kulturelle Flaute schien auch die Theaterarbeit zu beherrschen.

Sowohl der schöpferische als auch wirtschaftliche Aufstieg begann im Jahre 1992. Jetzt standen an der Spitze des Theaters zwei energische junge Männer- als Hauptregisseur Elmo Nüganen und als Direktor Raivo Põldmaa. Man hat auf das Projekt "Interklub" verzichtet und sich auf die Restaurierung der vorhandenen Gebäuden konzentriert. Das Theater wurde in Tallinner Stadttheater umbenannt. Es wurden immer neue und interessante Spielplätze erschlossen.

1992 fand eine erste Aufführung auf einem Dachboden statt, heute befindet sich dort die "Himmelsbühne". Madis Kalmet - ein in Estland nach der ausgefallenen Spielumgebung suchender Regisseur, hat H. Menkells "The Prince of fools" inmitten von leeren Steinwänden und Bauschutt inszeniert. Im Sommer des Jahres 1995 wurde erstmalig der Innenhof beziehungsweise das "Bühnenloch" in Gebrauch genommen. Dem Spielplatz wurde ein eigenartiger Name gegeben, weil nach dem Projekt sich eben dort der zukünftige große Saal des Theaters befinden sollte. Die Eröffnungsaufführung war Elmo Nüganens "Die drei Musketiere", die einen so unerwartet großen Erfolg beim Publikum hatte, dass sie drei Sommer nacheinander gespielt wurde.

Ein nächster interessanter Theatersaal war die sehr eigenartige Höllenbühne, die mit der von dem Gastregisseur Adolf Shapiro inszenierten "Die Dreigroschenoper" im Jahre 1997 eröffnet wurde. Aus dem sechs Meter unter der Erde befindlichen Kellerraum wurde Schutt entfernt und jetzt sehen wir hier einen Spielplatz von einer außergewöhnlichen Gestalt, in dem die Bühne an drei verschiedenen Stellen platziert sein kann.

Lai tänav Zum internationalen Theatertag am 27. März 1999 wurden die Renovierungsarbeiten in den Gebäuden Lai Straße 21, 27 abgeschlossen, und Linnatheater eröffnete feierlich sein neues Haus. 34 Jahre lang mussten die Schauspieler unter ärmlichen Umständen zurechtkommen, jetzt haben sie endlich ordentliche Garderoben und einen ordentlichen Probesaal bekommen. Visagistinnen, Garderobiere, Buchhalter, Administratoren und viele andere Mitarbeiter haben auch neue Räume bekommen. Im neuen Hausflügel gibt es auch zwei Theatersäle - ein kleiner und gemütlicher Kammersaal und der größte und modernste Spielplatz, die "Himmelsbühne", wo es für bis zu 200 Zuschauer Platz gibt. Der Spielraum ist seiner Größe ungeachtet als black-box aufgebaut, ebenso ist er mit guter Beleuchtung und neuester Technik ausgestattet. Die Himmelsbühne wurde unmittelbar vor dem Beginn des Jahres 2000 mit William Shakespears "Hamlet", der Inszenierung von Elmo Nüganen, eröffnet.

Das heutige Repertoire im Linnatheater hat den Beifall der Kritiker und des Publikums verdient. Es werden sowohl Weltklassiker als auch zeitgenössische Dramatik aufgeführt. Man wendet die Aufmerksamkeit auch dem estnischen Drama zu.

Elmo Nüganen Der Hauptregisseur des Theaters Elmo Nüganen ist einer der hochgeschätzten Regisseure Estlands und vor allem durch seine großzügige Auslegung der Klassik bekannt. Seine Inszenierungen (z.B. W. Shakespeares "Romeo und Julia", A. Dumas' "Die drei Musketiere" und "Die Musketiere - zwanzig Jahre später", A. Tschechows "Pianola oder mechanisches Piano", F. Dostojewskis "Verbrechen und Strafe", W. Shakespeares "Hamlet", A. H. Tammsaares "Wahrheit und Recht") haben im Repertoire Linnatheaters immer einen wichtigen Platz eingenommen und das Linnatheater auf Festivals würdig vertreten. Nüganen hat um sich eine fähige, vitale und junge Truppe gesammelt, die mit allen Genres und Spielarten vertraut ist.

Zurzeit gehören zu der Truppe 26 Schauspieler.

Kassa 6650800, e-post linnateater@linnateater.ee © Linnateater 2006-2009. Design by Deus